Am Abend des 11.Oktobers 2001 erreichte die Schockfront eines coronalen
Massenauswurfs die Erde. Ursprung der Plasmawolke war ein solares Filament,
welches sich am 09.Oktober nur knapp südlich des Zentrums der sichtbaren
Sonnenscheibe mit einer Geschwindigkeit von über 1000km/s aufgelöst
hatte.
Sofort nach der Ankunft der solaren Teilchen entwickelte sich ein geomagnetischer
Sturm, der auch kurz Polarlichter hervorbringen konnte. Diese wurden fotografisch
sogar noch in der Nähe von Nizza nachgewiesen.
Leider drehte das interplanetare Magnetfeld innerhalb des Hauptteils der Plasmawolke
in Richtung Nord, was zu einer Verstärkung der schützenden irdischen
Magnetosphäre führte und den geomagnetischen Sturm vorerst beendete.
Am 12.Oktober gegen 01:00 UTC drehte das interplanetare Magnetfeld aber nochmals
in eine stark südliche Ausrichtung, was sich sofort im einem erneuten Aufleben
des Sturms auswirkte. Bei einer Dichte des Sonnenwindes von fast 50 Teilchen
pro cm³ und einer Geschwindigkeit von mehr als 550km/s reichte es trotz
der frühen Morgenstunde noch, um auch in Deutschland relativ schwache Polarlichter
sehen und fotografieren zu können. Die Aurora zeigte sich dabei nur als
ein diffuses Leuchten über dem Nordhorizont, das bis in etwa 15 Grad Höhe
auszumachen war.
Während dieser Aktivitätsphase konnten vor allem im Osten der USA
und Kanada´s schöne Polarlicht-Vorhänge und Strahlen gesehen
werden.
Die Aurora Borealis trat bei diesem Ereignis in 2 Zyklen auf, wobei jeweils
ein rotes Glühen und einige rote Strahlen auftraten:
1. Phase: 19:40 - 20:00 UTC (von mir nicht beobachtet)
2. Phase: 02:30 - 03:15 UTC
Es folgen die Bilder der beobachteten Polarlichter, die alle in Mainz-Bretzenheim (49.98°Nord, 8.23°Ost) entstanden sind.