Am späten Nachmittag des 21.Oktobers 2001 erreichten die Schockfronten
zweier coronaler Massenauswürfe die Erde. Ausgelöst wurden die beiden
Massenauswürfe von starken Röntgenflares der X-Klasse am 19.Oktober.
Die Sonnenwindgeschwindigkeit stieg nach der Ankunft der Plasmawolke schlagartig
auf über 600km/s und ein langer geomagnetischer Sturm begann. Als Folge
dieses Sturms konnten extrem helle Polarlichter bis nach Südfrankreich
gesehen und fotografiert werden.
Leider war es in dieser Nacht im Norden und der Mitte Deutschlands überwiegend
stark bewölkt, so dass die Aktivität fast ausschließlich in
Süddeutschland zu sehen war.
Die Aurora zeigte sich zunächst am späten Abend als sehr helle rote
Fläche mit einigen Strahlen.
In einer zweiten Phase nach Mitternacht konnte auch ich in Mainz in einigen
Wolkenlücken das Spektakel beobachten. Die Wolkenränder glühten
förmlich in tiefen Rot- und Orangetönen. Einige Lücken waren
groß genug, dass auch Strahlen und Vorhänge sichtbar wurden
Die maximal Höhe dieser Erscheinung muss fast 90 Grad betragen haben.
Zwischen den beiden Phasen war bei klarem Himmel ein durchgehendes leichtes
Glühen am Norhorizont zu erkennen.
Die Aurora Borealis trat bei diesem Ereignis in 2 Zyklen auf, wobei jeweils
extrem helle rote Strahlen und Vorhänge in großer Ausdehnung sichtbar
waren:
1. Phase: 20:15 - 21:40 UTC (von mir nur fotografisch durch dichte Wolken nachgewiesen)
2. Phase: 23:10 - 00:10 UTC
Es folgen die Bilder der beobachteten Polarlichter. Die erste Aufnahme zeigt wie das extrem helle Polarlicht der 1. Phase selbst durch dichte Wolken in der Nähe von Neustadt/Weinstraße (49.35°Nord, 8.13°Ost) scheint. Die restlichen Bilder stammen von der 2. Phase und sind in Mainz-Bretzenheim (49.98°Nord, 8.23°Ost) entstanden.