Mit nie zuvor gemessenen Werten schlug die Schockfront eines coronalen Massenauswurfs
bereits 36 Stunden nach dem verlassen der Sonne am 31.März 2001 gegen 00:30
UTC auf der Magnetosphäre der Erde auf. Die Dichte des Sonnenwindes schnellte
in Sekunden auf über 170 Teilchen pro cm³ empor und auch die Geschwindigkeit
erreichte wenig später mehr als 800km/s.
Leider kam das Eintreffen der Schockfront für europäische Beobachter
etwas spät, so dass nur sehr wenige Berichte von Polarlichtern in der
Morgendämmerung bekannt wurden.
Der Hauptteil der Aktivität entlud sich in einem gewaltigen geomagnischen
Sturm über der gesamten USA. Dort wurden Polarlichter bis nach Süd-Kalifornien,
Texas und Florida beobachtet. Der Himmel erleuchtete in hellem Grün und
Rot.
Aufgrund der Ausmaße der Plasmawolke wurden in der Nacht vom 31.03 zum
01.04 dann aber auch die europäischen Beobachter bis hinunter nach Südfrankreich
doch noch mit einem wunderbaren Polarlicht-Ereignis belohnt.
Von 19:40 bis 20:05 MESZ konnten rote Vorhänge und gelbe Strahlen am nördlichen
Himmel beobachtet werden.
Außerdem gab es noch zwei kürzere Ereignisse gegen 22:40 und 23:10
UTC.
Die Aurora Borealis trat in 3 Zyklen unterschiedlicher Intensität auf,
wobei jeweils rote Vorhänge und gelbe bis rote Strahlen auftraten:
1. Phase: 19:40 - 20:05 UTC
2. Phase: 22:40 - 22:42 UTC (von mir nicht beobachtet)
3. Phase: 23:10 - 23:20 UTC
Es folgen zunächst einige Bilder der Sonne, mit der, für den coronalen
Massenauswurf verantwortlichen Sonnenfleckengruppe NOAA9393. Diese erreichte
eine Fläche, die dem 13-fachen der Erdoberfläche entsprach und war
damit die größte Gruppe des Sonnenfleckzyklus 23. Diese Aufnahmen
sind in der VHS-Volkssternwarte Mainz entstanden.
Weiterhin gibt es natürlich die Bilder der beobachteten Polarlichter,
die alle im Umkreis von Mainz (49.98°Nord, 8.23°Ost) entstanden sind.