Was ist ein coronaler Massenauswurf (CME) und wie sieht ein CME aus?

Ein coronaler Massenauswurf kann in zwei Situationen auftreten. Zum Einen nach einem sogenannten Röntgen-Flare und zum anderen bei der Auflösung eines Filamentes.
Im ersten Fall sammelt sich aufgrund von chaotischen Magnetfeldern innerhalb eines Sonnenflecks eine große Menge Energie an, die in einer Art Explosion freigesetzt wird. Hierbei wird solare Materie in Form eines Plasmas aus Protonen und Elektronen in den Weltraum geschleudert.
Bei der Auflösung eines Filaments (Hyder-Flare) handelt es sich um einen etwas komplizierteren Prozess. Solare Filamente bestehen ebenfalls aus einer Ansammlung von Plasma, dass sich im Bereich von Magnetfeldlinien aufhält, die bogenförmig über der Sonnenoberfläche verlaufen. Bricht eine solche Feldlinie in sich zusammen, so fällt das relativ kalte Plasma zunächst zur heißen Sonnenoberfläche zurück. Dort angekommen löst es allerdings aufgrund der Temperaturunterschiede und wegen des zusammengebrochenen Magnetfeldes eine explosionsartig Reaktion aus. Durch diese Explosion wird das Plasma des ehemaligen Filaments in den Weltraum ausgeworfen.
Filamente am Sonnenrand sind während einer totalen Sonnenfinsternis oder mit speziellen Fernrohrsystemen auch als sogenannte "Protuberanzen" sehr schön zu sehen.
Das durch eine der beiden Möglichkeiten freigesetzte Material, kann meist sehr gut auf den Bildern der LASCO-Instrumente des SOLAR AND HELIOSPHERIC OBSERVATORY (SOHO) ausgemacht werden. Hierbei können nochmals 3 verschiedene Formen eines CME unterschieden werden, die vom Ursprungsort des Ausbruchs auf der Sonne abhängen.
Verlässt das Material die Sonne etwa in der Mitte der beobachtbaren Sonnenscheibe, so scheinen die Teilchen eine Art Ring oder Halo um die Sonne zu formen. Aus diesem Grund spricht man hier auch von einem "full-halo CME".
Liegt der Ursprung des Ausbruchs schon näher am Sonnenrand, so wird meist nur noch ein halbkreisförmiges Ausbreiten der Materie beobachtet, weshalb hier auch nur noch von einem "partial-halo CME" die Rede ist. Im dritten Fall schließlich, liegt der Ursprung des Ausbruchs auf der abgewandten Seite der Sonne. Dieser Fall sieht leider genauso aus wie ein full-halo Ereignis. Hier kann man alleine aus den Bildern keine Aussage mehr zur Richtung des CME´s treffen, sondern muss auf Simulationen der Ausbreitung der Teilchen zurückgreifen. Allerdings ist es auch möglich ein solches "Rückseitenereignis" von einem "normalen" full-halo CME zu unterscheiden, wenn auf der Vorderseite der Sonne keine mögliche Quelle für einen Ausbruch zu erkennen ist. Die folgenden beiden animierten GIF-Dateien zeigen zum Einen die Auflösung eines Filaments am 12.September 2000 und zum Anderen den dadurch verursachten full-halo CME:

Auf den SOHO-Seiten gibt es einen Bericht über eine besonders eindrucksvolle Filamentauflösung, die am 04.Januar 2002 am östlichen Sonnenrand stattfand. Hiervon gibt es sehr schöne Animationen der einzelnen SOHO Instrumente:

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