Coronal holes treten stationär und langlebig nur an den Polen der Sonne auf.
Dies wurde bei den Flügen der Sonde
Ulysses über die Pole der Sonne erstmals nachgewiesen.
Entdecken kann man dies aber auch sehr schön in den EIT284
Aufnahmen von SOHO. Diese Bilder zeigen Gebiete mit starker Aktivität (in
hellen Gelbtönen) immer nur in einem Bereich um den solaren Äquator. Die coronalen
Löcher (meist Schwarz oder Grau) befinden sich dagegen normalerweise an
den Polen. In seltenen Fällen sind die dunklen Löcher aber auch am
Äquator zu finden.
Bei einem coronal hole handelt es sich um ein Gebiet auf der Sonne, das mit
"offenen" Magnetfeldlinien angefüllt ist. Das heißt, diese Feldlinien führen
nicht irgendwo auf die Sonne zurück, sondern stehen offen in die Heliosphäre
hinein. Damit wandert das solare Material aber ungestört und deshalb oft besonders
schnell nach außen. Hierdurch kommt es zum sogenannten "Hochgeschwindigkeits-Sonnenwind".
Die coronalen Löcher rotieren, wie alle anderen Erscheinungen auf der Sonne
auch, mit dieser mit. Am Äquator brauchen sie für eine volle Umdrehung etwa
27 Tage. Daher treten geomagnetische Aktivitäten auch häufig mit einer Periode
von 27 Tagen auf. Da coronal holes meist über einige Rotationen stabil sind,
kann man also relativ gut mit einem Anstieg der geomagnetischen Aktivität 27
Tage nach dem letzten Auftreten eines Lochs rechnen.
Wie diese Löcher entstehen ist noch ungeklärt. Ob sich ihr Auftreten ankündigt
ist, zumindest bislang, noch nicht nachweisbar.