Was ist das Heliospheric Current Sheet (HCS)?

Beim Heliosheric Current Sheet (HCS) handelt es sich um ein Phänomen des interplanetaren Magnetfeldes (IMF). Dieses Magnetfeld geht mit dem Sonnenwind von der Sonne aus und ist daher noch sehr weit von dieser entfernt messbar. Bei der Messung des IMF fällt auf, dass es einmal von der Sonne weggerichtete Feldlinien gibt (positive Polarität, +) und ein anderes Mal zur Sonne hin ausgreichtete Feldlinien (negative Polarität, -) gemessen werden. Den sogenannten Sektorübergang von der positiven zur negativen Polarität nennt man "Heliospheric Current Sheet".
Im Magnetogramm des ACE Satelliten ist ein Sektordurchgang und damit eine Passage des HCS an einem schnellen Wechsel des Parameters Phi (grüne Linie) um 180 Grad zu erkennen. Allerdings gilt noch zusätzlich, dass vor und nach diesem Wechsel der Wert von Phi über einige Tage konstant sein muss. Ein einzelner Durchgang durch das Heliosperic Current Sheet dauert dabei teilweise einen ganzen Tag. Wobei sich während dieses Zeitraums der Wert von Phi mehrfach um 180 Grad ändern kann. Wichtig ist, dass er nach der Passage um etwa 180 Grad gedreht wurde.
Aus der Zeit, die für einen Sektordurchgang benötig wird kann man dessen "Dicke" auf rund 6*104 km abschätzen.
Weiterhin sollte noch angemerkt werden, dass das HCS einem ständigen Wandel unterzogen ist. Einmal gibt es während einer vollen Sonnenrotation nur 2 verschiedene Sektoren (ein Wechsel von + nach - und dann wieder zurück zum ersten Sektor). Ein anderes Mal gibt es aber 4 Sektoren (Wechsel von 1+ nach 1-, wieder zurück aber nach 2+, dann nach 2- und schließlich zurück zum ersten Sektor).
Was hat das HCS jetzt mit der Erscheinung des Polarlichts zu tun?
Es zeigt sich, dass geomagnetischen Stürme, die, während sich die Erde in der Nähe oder innerhalb des HCS befindet, stattfinden, häufig besonders stark sind bzw. das eigentlich als schwach eingestufte Ereignisse doch viel stärker ausfallen.

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