Was ist ein Protonen-Flare?

Bei einem Ausbruch auf der Sonne werden normalerweise vornehmlich Röntgenstrahlen freigesetzt. Die Leistung der emittierten Röntgenstrahlung dient auch zur Klassifizierung der Flares.
Zusätzlich zu diesen "normalen" Ereignissen gibt es in wenigen Fällen auch Flares, bei denen Protonen auf sehr hohe Energien und damit auch hohe Geschwindigkeiten beschleunigt werden. Die Teilchengeschwindigkeit kann bei diesen Protonen-Flares bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit heranreichen. Aus diesem Grund kann man solche Ereignisse auch schon relativ kurze Zeit (innerhalb von Minuten) nach dem Flare an der Erde messen. Die direkten Auswirkungen sind nämlich in einer Erhöhung des Protonenflusses am GOES Satelliten zu erkennen. Die Energie der Protonen wird hier in MeV (Mega Elektronenvolt) angegeben. Man unterscheidet dabei 3 Klassen von Protonen im Bereich >10, >50 und >100MeV. Normalerweise liegen die Messwerte dieser Protonenklassen unterhalb einer Zehntel Protonen Flusseinheit (pfu). Bei Erhöhung dieses Wertes auf mehr als 10 pfu wird eine Ereignis-Warnschwelle überschritten. Starke Protonen-Flares können aber bis über 25000 pfu erreichen.
Eine weitere, noch seltenere Klasse von Flares sind die Gamma-Flares, bei denen neben den energiereichen Protonen zusätzlich noch Gamma-Strahlung frei gesetzt wird. Ein solcher Flare konnte zum letzten Mal am 15.06.1991 im Zusammenhang mit einem X12.0/3B Proton-Flare (1400 pfu) beobachtet werden.

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