Sehr schwaches Polarlicht am 23./24.September 2006 detektiert

Während des solaren Minimums sind Aurora Erscheinungen über Deutschland sehr selten. Tritt dennoch ein Polarlicht auf, so ist es meist sehr schwach und kann fast nur mit digitalen Kameras detektiert werden. Im September 2006 gab es wieder ein solches Ereignis.
Auslöser des Ereignisses vom 23./24.September war ein großes coronales Loch in der Mitte der sichtbaren Sonnenscheibe. Aus solchen Bereichen treten offene Magnetfeldlinie frei in den Weltraum hinaus und erzeugen ein besonders schnellen und böigen „Hochgeschwindigkeitssonnenwind“. Bevor die eigentlichen Böen des Sonnenwindes die Erde erreichen, beobachtet man sehr häufig eine Phase mit erhöhter Teilchendichte im Sonnenwind. Diesmal war die Teilchendichte extrem erhöht und erreichte über viele Stunden Werte von über 40 Protonen/cm3 (Spitzenwerte von über 80p/cm3). Durch den starken Druck auf die irdische Magnetosphäre entwickelte sich ein schwacher geomagnetischer Sturm (Kp=5).
Dies reichte aber aus, um gegen 21:05 UTC mit der Mintron-Kamera ein schwaches Polarlicht in Elmshorn zu detektieren. Die Magnetometer in Wingst und Niemegk registrierten zu dieser Zeit einen Ausschlag in der horizontalen Komponente des Erdmagnetfeldes von etwa 100nT.
Etwas später in der Nacht (00:39-00:55 UTC) konnte ich dann bei Witzhave die sehr schwache rötliche Oberkante des Aurora-Ovals mit meiner Digitalkamera Olympus Camedia 5060WZ detektiert. Auch hier zeigen die beiden Magnetometer in Wingst und Niemegk wieder einen Ausschlag in der H-Komponente, diesmal von etwa 60nT.

Die Polarlichter am 23./24.September 2006 traten in zwei Teilstürmen auf. Davon konnte ich den zweiten in Bildern festhalten:
1. Teilsturm: 21:05 - 21:06 UTC
2. Teilsturm: 00:39 - 00:55 UTC

Aurora Watch des STD

Hier sind nun die Bilder, die alle in Witzhave bei Hamburg (53.56°Nord, 10.33°Ost) entstanden sind.

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